La Croix: „Bulgarien ist nicht mehr das Land, aus dem man flieht“

Plowdiw wird als neue Vorzeigestadt für junge Menschen vorgestellt, die in ihre Heimat zurückkehren

Mittwoch, 13 Mai 2026, 15:05

La Croix: „Bulgarien ist nicht mehr das Land, aus dem man flieht“

FOTO Elena Karkalanowa

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Die renommierte französische Zeitung „La Croix“ veröffentlichte eine ausführliche Analyse über Bulgarien mit dem Titel „Plowdiw - Symbol für die Rückkehr der bulgarischen Fachkräfte“. In ihrem Artikel vom 4. Mai beschreibt die Sonderkorrespondentin der Zeitung, Agnès Rotivel, wie Bulgarien nach Jahrzehnten des demografischen Einbruchs erstmals mehr Rückkehrer als Auswanderer verzeichnet. Den von La Croix zitierten Daten zufolge sind 2025 etwa 18.000 Bulgaren nach Bulgarien zurückgekehrt, während etwa 13.000 Menschen das Land verlassen haben. Und Plowdiw, schreibt Agnès Rotivel, ist zum Symbol dieses Wandels geworden.  Zu Beginn ihres Textes beschreibt sie die zweitgrößte bulgarische Stadt als eine der ältesten Siedlungen Europas, die griechische, türkische, jüdische und armenische Einflüsse bewahrt hat. Nach der Wahl zur Kulturhauptstadt Europas 2019 habe die Stadt ihrer Meinung nach einen Aufschwung erfahren.

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Einen besonderen Platz in dem von La Croix veröffentlichten Artikel nimmt die Wirtschaftszone Thrakien ein, die Agnès Rotivel als „einzigartiges Wirtschaftswunder“ bezeichnet, das den Aufschwung Plowdiws nach einer schweren Wirtschaftskrise eingeleitet habe. Sie stellt Ing. Plamen Pantchew und seinen Sohn Martin als die Personen vor, die den Industriepark gemeinsam mit Ing. Walentin Kantchew und Partnern leiten und einige der größten internationalen Unternehmen Europas sowie japanische, chinesische und koreanische Firmen überzeugt haben, in Bulgarien Fuß zu fassen. „Viele andere werden vermutlich folgen. Die jungen Menschen sehen, dass es in Bulgarien Möglichkeiten gibt, dass es ein sicheres und ruhigeres Land ist und dass sich das Bildungsniveau deutlich verbessert hat“, zitiert La Croix die Worte von Ing. Plamen Pantchew.

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Besonderer Platz im Artikel wird der persönlichen Geschichte von Martin Pantschew eingeräumt, der zwischen 2013 und 2018 in Kopenhagen Architekturtechnologien und Bauwesen studiert hat. „So wie rund 80 % meiner Mitschüler aus dem Gymnasium, die es damals vorgezogen haben, im Ausland zu studieren“, erinnert sich Pantschew.

Nach seinem Studium in Dänemark entschied sich Plamen Pantchew, nach Plowdiw zurückzukehren und sich für die Entwicklung der Wirtschaftsregion Thrakien einzusetzen. Laut der französischen Journalistin besteht seine Aufgabe heute darin, neue internationale Unternehmen davon zu überzeugen, sowohl in Plowdiw als auch in anderen Industriegebieten Bulgariens zu investieren, mit denen die Wirtschaftsregion Thrakien zusammenarbeitet.

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Die französische Journalistin beschreibt Plowdiw als eine Kombination aus Lebensqualität, wirtschaftlicher Entwicklung, Universitäten und moderner Industrie – eine Kombination, in der junge Menschen Perspektiven und Möglichkeiten für ihre berufliche Entwicklung sehen, ohne Bulgarien verlassen zu müssen. Laut Agnès Rotivel ist Plowdiw nicht nur eine schöne historische Stadt, sondern der wirtschaftliche Motor Bulgariens und ein Symbol für den neuen Trend – die Rückkehr der Bulgaren in ihre Heimat.

FOTO La Croix

Für viele junge Familien ist die Lebensqualität in Plowdiw mittlerweile attraktiver als das Leben in den großen westlichen Städten, schreibt die französische Journalistin und hebt dabei den Bildungsbereich hervor. In der Stadt unter den Hügeln gibt es neun Universitäten, die sowohl Bulgaren als auch viele ausländische Studenten anziehen. Bulgarien zieht bereits ausländische Studenten mit niedrigeren Studiengebühren, guten Bedingungen und einer immer besseren Bildungsqualität an, fasst Agnès Rotivel zusammen.

Sie schließt ihren Bericht mit der Feststellung, dass das Kapitel der Massenauswanderung allmählich zu Ende geht und immer mehr Bulgaren daran glauben, dass sie „ein gutes Leben in ihrem eigenen Land“ führen können.


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Redakteurin: Elena Karkalanowa

Übersetzung: Georgetta Janewa

 

Gestaltet von Georgetta Janewa